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Was ist "Qi"?

Kann ich Qi fühlen?

Ein guter Einstieg sich dem Begriff „Qi“ zu nähern, ist über das entsprechende chinesische Schriftzeichen für „Qi“.

Chinesisches Schriftzeichen, was ist qi?

Wie Du siehst, besteht es aus einem oberen und einem unteren Teil. Der untere Teil des Schriftzeichens für Qi steht für Reis. Es geht also um etwas Materielles/Körperliches, aber vor allem auch etwas Nährendes. Ein wesentlicher Punkt bei der Betrachtung des Schriftzeichens. Der obere Teil steht für Dampf oder Gas - ein immaterieller, eher energetischer Aspekt. Setzt man nun beide Bilder zusammen, entsteht die Idee von aufsteigendem Dampf durch kochenden Reis oder etwas abstrakter: Energie, die in einem Umwandlungsprozess freigesetzt wird und gleichzeitig eine lebenserhaltende Funktion besitzt. So ist zu erklären, dass Qi häufig mit Lebensenergie übersetzt wird.

Nach dem Verständnis der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) umgibt uns Qi, es fließt durch unsere Körperleitbahnen - auch Meridiane genannt, und verbindet so unseren Körper mit der Umwelt. Wir können also auch Qi aus unserer Umgebung über die Leitbahnen oder bestimmte Punkte am Körper aufnehmen. Zudem können wir auf das Qi-Potenzial in unserem Körper Einfluss nehmen. Denn es gibt insgesamt drei Quellen für Qi: die Luft, die Nahrung (inkl. Wasser) und das sog. Yuan-Ursprungs-Qi. Letzteres ist die grundlegendste Form von Qi und ist die treibende Kraft für alle Prozesse im Körper. Ich habe auch schon von „Vitalität“ als Übersetzung gelesen.

Auch wenn im Allgemeinen von Qi gesprochen wird, kann es je nach Quelle des Qi weiter unterschieden werden:

Das Kong-Himmels-Qi (Luft-Qi) wird über die Lungen aus der Luft in unseren Körper aufgenommen. Vielleicht kennst Du das ja, wie gut das tut, wenn Du z.B. am Meer bist und tief atmest. Du hast das Gefühl, Kraft zu tanken. Das ist das Kong-Himmel-Qi, das Dir neue Energie liefert.

Das Gu-Erd-Qi (Nahrungs-Qi) wird aus der Nahrung durch den Verdauungsprozess extrahiert. In Verbindung mit dem Kong-Himmels-Qi vermischt es sich zum Zong-Sammel-Qi. Letzteres nährt das Herz und ist auch für Stimme und Sprache relevant.

Durch bestimmte Prozesse im Körper entsteht auch noch Zhen-Wahres-Qi. Ohne hier zu sehr ins Detail zu gehen, sei gesagt, dass das Zhen-Wahres-Qi eine sehr klare Energie ist. Der Yin-Anteil wird Yin-Nähr-Qi genannt und versorgt über die Leitbahnen alle Organe und das Gewebe mit Energie. Der Yang-Anteil, Wei-Abwehr-Qi genannt, schützt den Köper vor negativen Einflüssen von außen. Über das Yin- und Yang-Konzept schreibe ich mal in einem separaten Artikel. Dennoch in aller Kürze: Alles hat einen Yin- und Yang-Aspekt. Es sind zwei gegensätzliche Seiten, die sich gegenseitig bedingen. Beispiel: Ohne Tag keine Nacht.

Nun aber genug der Theorie: denn insbesondere bei Qi Gong, Yoga, Tai-Chi etc. geht es ums Wahrnehmen, Fühlen und Spüren. Daher unterbrich das Lesen bitte kurz für eine kleine Übung:

Setze Dich auf einen Stuhl und nimm eine für Dich bequeme Sitzposition ein. Du sitzt eher auf dem vorderen Drittel der Sitzfläche mit einem möglichst aufrechten Rücken, ohne Dich anzulehnen. Beide Füße sollten den Boden berühren, die Knie beschreiben einen Winkel von mind. 90°. Du kannst die Augen schließen. Lege die Hände mit den Handflächen nach oben auf den Oberschenkeln ab. Lächle, wenn Du magst. 😊

In einem nächsten Schritt reibst Du Deine Handflächen aneinander und hältst sie im Anschluss in einem Abstand von ca. 30cm vor Deinen Unterbauch. Die Handflächen zeigen zueinander. Richte Deine Aufmerksamkeit auf Deine Hände, die Handflächen, bis hinein in die Fingerspitzen. Nun bewege die Hände aufeinander zu, dann führst Du sie wieder zurück, indem Du den Abstand wieder erhöhst. Mach das ein paar Mal in Deinem eigenen Tempo, Deinem eigenen Rhythmus.

Dann kannst Du die Hände auch übereinander halten und ebenfalls wieder die Handflächen aufeinander zubewegen und wieder entfernen. Spiele ein wenige mit der Bewegung und sei offen. Stell Dir vor, Du bist wie eine Antenne, die stets bereit ist, Signale zu empfangen. Spüre – fühle – nimm wahr. Es ist auch völlig in Ordnung, wenn Du nichts spürst. Wichtig ist allein die Qualität Deiner Aufmerksamkeit. Empfindungen sind die Kür.

Beende nach ein paar Minuten diese Übungen. Recke und Strecke Dich und öffne Deine Augen wieder.

Zunächst vielen Dank, dass Du Dich auf diese Übung eingelassen hast und achtsam in Deine Handflächen und Fingerspitzen gespürt hast. Wie geht es Dir jetzt?

Viele Teilnehmer berichten, dass Sie z.B. Wärme, Kälte, ein Pulsieren oder Kribbeln wahrnehmen. Auch fühlen einige eine magnetische Anziehung ihrer Hände. All das ist ‚“Qi“, die Lebensenergie, die Du allein durch die Kraft Deiner Aufmerksamkeit wahrnehmen kannst.

Wenn Du magst, schreib mir doch eine Email oder teile dein Feedback auf meiner Facebookseite, ob und was Du ggf. gespürt hast. Ich freu mich auf Dein Feedback.

Notiz an mich: Hieraus könnte eine ganz wunderbare Infografik entstehen. Gibt es zufällig einen Grafikdesigner unter den Mitlesenden?


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